1373 Aus dem Besitz von Otto Erich Hartleben – Friedrich von Logau. Sinngedichte.

Zwölf Bücher. Mit Anmerkungen über die Sprache des Dichters herausgegeben von C. W. Ramler und G. E. Lessing. Leipzig, Weidmann 1759. Mit gestochener Titelvignette und gestochenem Frontispiz von J. W. Meil. Lederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung und rot-goldenem Rückenschild.

Beschreibung

Erste Ausgabe der Sammlung in der Auswahl und Neubearbeitung von Lessing, mit dessen berühmter Vorrede, und Ramler, die das Werk des in Vergessenheit geratenen schlesischen Barockdichters Friedrich von Logau (1605-1655) für die Zeit der Aufklärung neu erschlossen: »Logau ist der reichhaltigste und glücklichste deutsche Epigrammendichter des Jahrhunderts, wurde aber wenig geschätzt, bis ihn Leßing wieder entdeckte und in Aufnahme brachte.« (Goedeke). – Mit bemerkenswerte Provenienz: Mit Schenkungsvermerk von David Assur Assing (1787-1842, Schwager von Varnhagen von Ense), dessen Tochter Ludmilla edierte den Nachlass des Onkels. Die Datierung des Glückwunschs lässt vermuten, dass Assing das Buch seinem Freund Salomon Ludwig Sternheim (1789-1866) zum Geburtstag schenkte. Durch dessen Tochter mag das Buch nach Rom gelangt sein, eventuell auch wieder in Besitz von Ludmilla Assing, die Johanna Sternheim bis zu deren Tod pflegte. – Besitzvermerk »Rom. Juli 1898 Otto Erich Hartleben«: Der Dichter schreibt im Vorwort des von ihm herausgegebenen »Logaubüchleins«: »Mein Exemplar, das besonders prächtig in Leder gebunden ist, habe ich an einem Julitag des Jahres 1898 in Rom bei einem Straßenantiquar […] erstanden. Es ist mit dem Namen Assing gezeichnet und stammt zweifellos aus dem verschleuderten Besitz […] Ludmilla Assing«. Hartleben erwähnt an anderer Stelle das freundschaftliche Verhältnis von Ludmilla Assing zu Gottfried Keller und vermutet, dass dieser das Büchlein in Händen gehalten habe und es als Vorlage für seine Novellensammlung »Das Sinngedicht« (Berlin 1882) genutzt habe.

16 : 10,5 cm. XIV, 414, [24],103, [3] Seiten, 1 Kupferstich. – Rücken etwas brüchig. – Modernes Exlibris.

Goedeke III, 232, 2 und IV/1, 378, 83. – Faber du Faur 277. – Muncker 385. – Dorn, Meil 20 und 21

LOT Nr: 28-1373-33 Kategorie: