165 Erich Heckel. Mädchengruppe.

Aquarell über Rötelstift. 1925. 51,5 : 62,5 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Beschreibung

1919 hatten Erich und Siddi Heckel ein Bauernhaus in Osterholz an der Flensburger Förde gekauft. Den Ort, die von Steilküste umsäumte Bucht und das hügelige Hinterland hatte Heckel schon 1914 während eines Besuches bei Gustav Schiefler entdeckt. Drei Jahrzehnte verbrachten er und seine Frau fast jeden Sommer an der Ostseeküste. Die norddeutsche Ostseelandschaft prägte Heckels Aquarelle der 1920er Jahre, er schuf Landschaftsbilder, teils mit eingefügten Figuren, teils von diesen dominiert. – »Auch [Heckel] ist der Norden zweite Heimat, das lebendige Meer vertrautestes Element geworden, er ist ganz hineingewachsen in diese neue Natur – und sie in seine Kunst. […] Flüssig war schon die Malerei von Heckels frühesten mit ganz dünnen Ölfarben gemalten Bildern. Jetzt lebt seine leichte und schmiegsame Gestaltungskraft sich noch freier in großen Aquarellen aus, die mehr sind als bloße Studien vor der Natur. Diese großen Wasserfarbenbilder wirken in der Mannigfaltigkeit ihres Zuschnitts und Aufbaus wie eine einzige große Lebenseinheit, wie ein blumenbunter Kranz sommerlicher Gedichte, von Jahr zu Jahr reifer zugleich und reicher in ihrer künstlerischen Form. […] Heckel ist im Kreise der Freunde von je her der Poet gewesen, die reine Mitte haltend zwischen der bukolischen Idylle Otto Muellers, dem strengen Pathos Schmidt-Rottluffs, der leidenschaftlich-hymnischen Natur Kirchners« (Max Sauerlandt, in: Erich Heckels Aquarelle von der schleswigschen Ostseeküste, Genius, Jahrgang III (1921), S. 73ff). – Wir danken den Nachlassverwaltern Renate Ebner und Hans Geissler für freundliche Bestätigung und ergänzende Informationen.
Ausstellungen: Werke aus den Jahren 1923 bis 1945. Neue Galerie Kiel 1948, KatNr. 2
Provenienz: Galerie Vömel, Düsseldorf 1969, seitdem in Privatsammlung Essen.

LOT Nr: 25-0165-33 Kategorie: