A-5 Julius Bissier. Berglandschaft mit See.

Holzschnitt, mit Bleistift überarbeitet. 1918. 14,5 : 20,5 cm (16,5 : 22,0 cm). Bezeichnet und datiert.

Der erste Holzschnitt des Künstlers

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Beschreibung

Auf Bütten. – Am Unterrand vom Künstler bezeichnet »Dieses ist der erste Holzschnitt, den der Bissier in das Holz schnitt | Juli 1918«. – Bissier war wohl mit der Qualität des Handabzugs nicht zufrieden und ergänzte einige Linien mit Bleistift. – Rückseitig eigenhändiger Brief an Hedwig Fässler, die von ihm glühend umworbene und anfänglich mit täglich mehreren Briefen bedachte Lehrerin in Lörrach. »Dienstag mittag | Meine liebe liebe liebe Liebe, deinen langen Brief hab ich und dazu ganz lähmendes Heimweh. Ich überlasse dir durchzusetzen, am nächsten Sonntag zu mir zu kommen auf einige Tage. […] Soll ich Mutter schreiben? Erwarte von mir keine Post, weil aus obigem Grund alles verrückt wird. Anbei Prachtabzug von Prachtholzschnitt. Und meine wildesten Küsse | Dein Heinerbub«. – Einberufen zum Militär, musste Bissier bereits 1914 sein gerade begonnenes Studium an der Karlsruher Kunstakademie wieder beenden. Als untauglich ausgemustert, leistete er seinen Dienst in einer Freiburger Postüberwachungsstelle. – Für die Empfängerin galt in Baden der sogenannte »Lehrerinnen-Zölibat«, der als Folge einer Eheschließung die Entlassung aus dem Lehrdienst vorsah. In Anbetracht der unsicheren wirtschaftlichen Verhältnisse des jungen Künstlers waren die Eltern Fässler strikt gegen eine Heirat, was letztlich zum Scheitern der Beziehung führte. – Das graphische Œuvre Bissiers blieb zeitlebens klein, Jahrzehnte später wandte er sich der Tusch- und Temperamalerei zu.

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