178 Franz Radziwill. Porträt eines bärtigen Mannes (Zyklop).

Farbige Kreiden und schwarze Tusche. 1921. 15,5 : 10,5 cm. – Verso: Eigenhändiger Gruß mit Unterschrift an Rosa Schapire. Postkarte. Dangast, 3. 6. [19]21.

Beschreibung

Bei dem Porträtierten könnte es sich, nach Bart und Mütze zu urteilen, um einen Fischer aus dem Nordseebad Dangast handeln. Radziwill (1895–1983) hatte den Ort auf Empfehlung Karl Schmidt-Rottluffs 1921 erstmals besucht, als das Städtchen am Jadebusen den Brücke-Künstlern schon mehrere Jahre als Sommerdomizil galt. 1923 erwarb Radziwill ein Haus in Dangast. – Auffällig ist bei dem Porträt das fehlende linke Auge. Das Motiv des »Zyklopen« wird in den frühen 1920er Jahren mehrmals im Œuvre Radziwills erwähnt. – Die Zeichnung stammt aus der expressionistischen Periode des Künstlers, der sich ab 1925 von dieser Schaffensphase distanzierte und sich der Neuen Sachlichkeit zuwendete. – Die Zeichnung schickte Radziwill an das »Liebe Fraulein Dr. Schapire«, der er für einen Brief dankt und um die Adresse Schmidt-Rottluffs bittet.
Provenienz: Dr. Rosa Schapire (Hamburger Kunsthistorikerin und -sammlerin, Mäzenin der Brücke-Künstler und besonders Karl Schmidt-Rottluffs). – Nachlass Dr. Elsa Hopf (1875–1943, Hamburger Zahnmedizinerin, passives Brücke-Mitglied, Freundin von Rosa Schapire). – Berliner Privatsammlung.

Vgl. G. Wietek, Gemalte Künstlerpost, München 1977. – Sabine Schulze, Rosa, eigenartig grün. Ausst.-Katalog Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Ostfildern 2009, S. 319 (dort Erwähnung einer Zyklop-Postkarte von 1921).

Museumsrahmung (38 : 33 cm), beidseitig verglast. – Nicht außerhalb der Rahmung begutachtet

LOT Nr: 25-0178-33 Kategorie: