212 Der Blaue Reiter.

Luxusexemplar im Einband der Museumsausgabe

Herausgeber: Kandinsky [und] Franz Marc. München, R. Piper 1912. Mit zwei signierten Holzschnitten, 34 Tafeln, davon vier montierte pochoirkolorierte Klischeedrucke, drei Musikbeilagen sowie zahlreichen Abbildungen und acht Initialen bzw. Vignetten. Blauer Originalkalblederband. Rückentitel und Kopfschnitt sowie die Deckelvignette (Klischee nach Tuschzeichnung Kandinskys).

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Description

Erste Ausgabe. – Exemplar 21 von 50 der Luxusausgabe mit zwei signierten Farbholzschnitten: Wassily Kandinskys »Bogenschütze« (vier Farben) und Franz Marcs »Fabeltier« (in Schwarz gedruckt und in sechs Farben koloriert), jedoch wie die zehn Exemplare der Museumsausgabe in blaues Leder gebunden, der Vorderdeckel mit der vergoldeten Deckelvignette. – Weitere 1200 Exemplare und die zweite Auflage von 1914 wurden in Leinenbänden und broschiert ausgeliefert.

»Mit der Bitte um Diskretion teilte Kandinsky seinem Freunde Franz Marc die erste Idee über die Veröffentlichung des Almanachs in einem Briefe vom 11. Juni 1911 mit: ›Nun! ich habe einen neuen Plan. Piper muß Verlag besorgen und wir beide – die Redakteure sein. Eine Art Almanach (Jahres-) mit Reproduktionen und Artikeln […] Da bringen wir einen Ägypter neben einem kleinen Zeh (Name zweier Kinder mit zeichnerischer Begabung), einen Chinesen neben Rousseau, ein Volksblatt neben Picasso und dergleichen noch viel mehr! Allmählich kriegen wir Literaten und Musiker. Das Buch kann ›Die Kette‹ heißen oder auch anders […]« (zitiert nach Roethel, S. 450). – Der berühmte, inhaltlich und programmatisch bedeutsame Almanach stellt Werke zeitgenössischer Künstler, z. B. Arp, Kandinsky, Marc, Kirchner, Heckel, Nolde, Pechstein, Kubin, Klee u. v. a., als auch alter Meister sowie ethnographische und volkstümliche Artefakte, Laienmalerei und Kinderzeichnungen vor. – Die Textbeiträge stammen von den Herausgebern sowie von August Macke, David Durljuk u. a., die Musikstücke von Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton von Webern – Für die vier Tafeln in leuchtendem Pochoirkolorit wählten die beiden Herausgeber je ein eigenes Aquarell sowie zwei volkskünstlerische Motive aus. Die Initialen entwarfen Franz Marc und Hans Arp. – »Der Blaue Reiter« hat die Auffassungen zur modernen Kunst – auch international und dies deutlich stärker als die »Brücke« – wie kaum eine andere Publikation des 20. Jahrhunderts beeinflusst. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs löste sich die Gemeinschaft bereits wieder auf. Galka Scheyers 1924 in Braunschweig gegründete Ausstellungsgemeinschaft »Die Blaue Vier« vereinte dann Kandinsky, Lyonel Feininger, Paul Klee und Alexej von Jawlensky.

Provenienz: Sammlung Lucy Spiegl (Exlibris Innendeckel). – Antiquariat Jürgen Holstein, Katalog 100, 1985. – Seitdem in deutscher Privatsammlung.

29,5 : 22,5 cm. 2 Holzschnitte, [4], 140 Seiten, 34 Tafeln, 3 gefaltete Faksimiles und 2 Seiten Musiknoten, 1 Anzeigenblatt, [10] Seiten Anzeigen. – Mit Schuber, goldpapierbezogen und mit blauen Lederkanten. – Rücken etwas verblasst, die Kanten teils leicht berieben. – Die unteren Ecken mit minimaler Knickspur, drei Blätter am Ende mit winzigem Randeinriss.

Roethel 79 sowie V, 12 A und 14. – Hobert/Jansen 24 3rd. – Jentsch 5. – Garvey 139 »one of the most important German books of modern art«

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