219 Valerius Brjussoff. Die Republik des Südkreuzes.

Novellen. München, Hans von Weber 1908. Mit Buchschmuck von Otto zu Gutenegg. Dunkelblauer Originalkalblederband mit reicher Vergoldung.

Beschreibung

Erste deutsche Ausgabe. – Exemplar 48 von 50 der Vorzugsausgabe auf van Gelder-Bütten im Ledereinband. – Brjussov gilt als Begründer und Theoretiker des Symbolismus. Die titelgebende Novelle, 1905 in Moskau erschienen, schildert das Scheitern eines zivilisatorisch hochgezüchteten, totalitären Wohlfahrtsstaates in der Antarktis. Nach Ausbruch einer epidemischen mentalen Krankheit, die zu Widerspruchsbedürfnis, Wahnsinn und Tod der Patienten führt, löst sich die Organisation des Staates zunehmend auf, die Furcht vor dem Untergang führt bei den Einwohnern der »Sternenstadt« zu dem Bedürfnis nach orgiastischen Lebensgenüssen. »Mit Vergewaltigung, Mord, Raub, Menschenfresserei und Totschlag richtet sich das Volk in einem letzten Bacchanal der Grausamkeiten und sexuellen Exzesse selbst zugrund«. Brjussovs Zivilisationskritik geht »von Nietzsches Kategorie des Dionysischen aus, das die ›dünne, obgleich jahrtausendealte Rinde‹ der Kultur durchbricht« (KNLL III, 190). – » […] wenn Brjussof nicht so selbständig wäre, [könnte man] ihn gern den russichen Poe oder Hoffmann nennen« (Verlagsprospekt, zitiert nach Hayn/Gotendorf). – Sehr selten.

23,8 : 16,8 cm. 108, [4] Seiten. Ränder und Ecken leicht berieben. – Handschriftlicher Eintrag auf dem vorderen Vorsatzblatt. Eine Doppelseite mit größerer Bräunung von ehemals eingelegtem Blatt.

KNLL III, 190. – Hayn/Gotendorf I, 472

LOT Nr: 26-0219-33 Kategorie: