242 Hanns Wolfgang Rath [Carl Friedrich Schulz-Euler]. Lyra sacra.

Handschrift auf Papier. 1906–1914, fortgesetzt und abgeschlossen 1933. Ca. 660 Seiten. Pergamentband des 17. Jahrhunderts mit Blindprägung, vom Verfasser eigenhändig betitelt.

Beschreibung

Der Sammelband enthält sicher das lyrische Gesamtwerk des Dichters Hanns Wolfgang Rath (Carl Friedrich Schulz-Euler, 1880–1934), das in den Jahren 1906 bis 1914 entstand und das er – allerdings meist nur in seinem eigenen Verlag oder in Privatdrucken kleinster Auflage – publizierte. Von seiner Mutter Sofia Schulz-Euler, die als Schriftstellerin u.a. mit Bertha von Suttner und den Dichtern Richard Dehmel, Detlev von Liliencron und Hugo Salus befreundet war, beeinflusst, wandte auch er sich der Literatur zu. Als Verleger und Literarhistoriker war er sicher erfolgreicher und bekannter denn als Schriftsteller. Zahlreiche Publikationen zu Leben und Werk Eduard Mörikes und über den schwäbischen Dichterkreis fanden nicht nur zu seinen Lebzeiten Beachtung.
Die Gedichte wurden teils einzeln, teils in größeren Passagen in den Sammelband geschrieben und jeweils datiert, ab 1911/12 in blauer Tinte. Besonders gewürdigt werden Detlev von Liliencron (mit eigenem Zyklus), Willi Geiger und Gottfried Keller (ein Efeublatt von seinem Grab einmontiert).
Zu einem späteren Zeitpunkt fügte Rath einzelne Korrekuren ein und versah die meisten Gedichte mit Sigeln, die auf einen Abdruck in seinen Gedichtbänden schließen lassen:
Lyra Sacra Neue Verse (1909)
Dir, Madonna (1911)
Lacerta, das Buch einer Liebe (1911)
Im Nachen des Traums (1912)
Von Schuft und Lump (1913)
Seelen, die ein Klang umspinnt (1916)
Siebenschleier (1919)
Etwa 100 Gedichte bezeichnete Rath mit »bleibt ungedruckt« und teils drastischen Zusätzen wie »wertlos« und »Schmarren«. Viele davon sind deutlich erotischen Inhalts und wurden wohl deshalb vom Verfasser verborgen. – Seiten 519ff. : »Zweites Buch« »Die Erweckung zu Schauen und Fühlen | Vorfrühling 1912«. Diese Gedichte blieben fast ausnahmslos »ungedruckt«. – 1932/33 folgten noch einige Abschriften von Widmungen »an Else« und einzelne biographische Anmerkungen.
Eingeklebt bzw. beigelegt: Albumblätter älterer Provenienz, Stickbilder, getrocknete Blüten, Andrucke eigener Gedichte und anderes mehr.
Provenienz: Nachlass des Dichters bzw. dessen Ehefrau. – Seit 2005 Frankfurter Privatsammlung.

16,8 : 10,3 cm. 1223 paginierte Seiten.

LOT Nr: 25-0242-33 Kategorie: