252 [Wassily] Kandinsky. Klänge

München, R. Piper [1913]. Mit 56 Holzschnitten, davon zwölf der 25 ganzseitigen in Farbe. Originalhalbleinenband, die purpurfarbenen Deckel mit zwei goldgeprägten Vignetten nach Zeichnungen Kandinskys, der Rückentitel auf violettem Leinen ebenfalls goldgeprägt.

Schätzpreis: 25.000

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Description

Erste Ausgabe. – Exemplar 67 von 300. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Van Gelder-Zonen-Bütten. – Nach Roethel sind alle Abzüge der Holzschnitte Handpressendrucke, die farbigen entstanden unter Leitung des Künstlers bei Bruckmann in München, die einfarbigen zusammen mit den Texten bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Laut eines Prospekts des Piper-Verlags begann Kandinskys Beschäftigung mit diesem »musikalischen Album« um 1909/10 und intensivierte sich 1911–1912. »Ich wollte nichts als Klänge bilden. Sie bildeten sich aber von selbst. Das ist die Bezeichnung des Inhaltes, des Inneren. […] Alle ›Prosagedichte‹ habe ich im Laufe der letzten drei Jahre geschrieben. Die Holzschnitte gehen bis in das Jahr 1907 hinauf.« – 1951 schrieb Hans Arp über das Buch, dass er nach Kandinskys Erinnerung so sehr schätzte, dass er es niemals verlieh und selbst seiner Frau nicht zum Lesen gab, es sei » […] eines der außerordentlichen, großen Bücher. Kandinsky hat […] aus dem ›reinen Sein‹ nie gehörte Schönheiten in diese Welt beschworen. In diesen Gedichten tauchten Wortfolgen und Satzfolgen auf, wie dies bisher in der Dichtung nie geschehen war. […] Wir erleben in diesen Gedichten den Kreislauf, das Werden und Vergehen, die Verwandlung dieser Welt. Die Gedichte Kandinskys enthüllen die Nichtigkeit der Erscheinung und der Vernunft.« (a. a. O., S. 448). – Eine zunächst geplante russische Ausgabe ist nie erschienen. – »Eines der graphischen Hauptwerke des Künstlers und das wohl aufregendste und progressivste Künstlerbuch, das vor dem Ersten Weltkrieg in Deutschland verlegt wurde.« (Ann-Katrin Hahn, in: Classen Malerbücher). – Sehr schönes Exemplar, besonders der häufig etwas verblasste bzw. verschlissene Einband hier ganz makellos. – Das vorliegende Exemplar ist »getrüffelt«: Die Seiten 113–116 mit dem Holzschnitt »Reitermotiv in ovaler Form« sind doppelt vorhanden.

28,5 : 18,5 cm. [116] Seiten. – Vereinzelt leicht stockfleckig. Blatt 3/4 (Widmungsblatt) mit geglätteter Knickfalte. – Durch gefütterten Leinenumschlag geschützt, dieser mit farbig bemalter Applikation; in blauer Leinenkassette mit Vignette (nach »Blätter-Vignette«) und dem Namenszug »Kandinsky« in Goldprägung.

Roethel 71–74, 85, 95–140 und 142–146 und Anmerkungen VI, 9 (dort auch alle obigen Zitate). – Jentsch 9. – Deutsche Malerbücher Slg. Classen 32. – Castleman S. 144

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