26 Cranach-Presse – William Shakespeare. Die tragische Geschichte von Hamlet Prinzen von Dænemark

in deutscher Sprache. Neu übersetzt und eingerichtet von Gerhart Hauptmann […] Mit Figurinen und Holzschnitten […] von Edward Gordon Craig. Leipzig, Insel und Berlin, S. Fischer 1929. Mit 74 Holzschnitten und einer figürlichen Initiale. Ziegelroter Originalmaroquinband mit vergoldeten Fileten auf sechs Rückenfeldern, Deckel-, Steh- und Innenkanten; Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: O. Dorfner – Weimar).

Beschreibung

Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Exemplar 41 von 230 auf Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtauflage 255). – Gesetzt aus der von Edward Johnston entworfenen Hamlet-Fraktur. – Kesslers Vorhaben, eine Hamlet-Ausgabe mit Holzschnitten von Craig zu drucken, reichen bis in das Jahr 1910 zurück. Aber erst das Zusammentreffen mit Gerhart Hauptmann und Anton Kippenberg auf der BUGRA in Leipzig im Mai 1927 brachten die Pläne in eine konkrete Realisierungsphase. – Die Holzschnitte Craigs entstanden ganz im Hinblick auf seine Bühnenbildentwürfe, sie waren zum Teil wirkliche Figurinen und Versatzstücke für das kleine Modelltheater von Craig in Florenz. – Der Satz der Schrift mit den verschiedenen Text- und Kommentarblöcken und der oft aus mehreren Stücken bestehenden Holzschnitte stellte höchste Anforderungen an den Drucker Walter Tanz. »Poeschel sagte mir privatim, der ›Hamlet‹ habe ihm eine schlaflose Nacht bereitet, so habe er sich über ihn aufgeregt. Er begreife nicht, wie wir die Zweifarbendrucke von einem einzigen Holzstock gemacht hätten. Da Poeschel wohl der beste deutsche Drucker ist, will das allerhand heißen, wenn er mir das sagt.« (Harry Graf Kessler, Tagebücher, 14. III. 1930; ausführliche Bilddokumentation bei Brinks, S. 323ff.). – Der »Hamlet« wurde von der Jury 1929 einstimmig zum schönsten Buch des Jahres gewählt. – Tadellos schönes Exemplar.

36,0 : 24,5 cm. [6], 202, [8] Seiten. – Rücken minimal verfärbt. – Vorsatzpapier mit kleinem Leimschatten, vorn mit Abklatsch von ehemals eingelegtem Blatt. Sechs Blätter mit wenigen winzigen, kaum wahrnehmbaren Stockflecken.

Brinks 76. – Müller-Krumbach 48. – Schauer II, 74. – Sarkowski 1585. – Gill 340a. – Eyssen Seite 95: »zweifellos der typographisch interessanteste Druck Kesslers«