334 Melchior Lechter – Stefan George. Der Teppich des Lebens und die Lieder vom Traum und Tod

mit einem Vorspiel. [Berlin], Blätter für die Kunst 1899/1900. Mit Buchschmuck von Melchior Lechter. Originalholzdeckelband mit Leinenbezug. Deckeltitel und ornamentale Verzierung in blaugrauem Prägedruck. – Widmungsexemplar.

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Beschreibung

Erste Ausgabe dieser Gedichtsammlung. – Eins von 300 Exemplaren. – Gedruckt bei Otto von Holten, Berlin, auf starkem grauen Bütten in Rot und Schwarz. – Auf dem Vorblatt das eigenhändige Widmungsgedicht von Stefan George »für Ria Claassen || Ein rauschendes geflitter | Entzückt und quält – macht schwer und frei .. | Ein schwanken süss und bitter | Ein singen sonder melodei || Stefan George«. – Die Schauspielerin und Rezitatorin Ria (Maria) Claassen (1868–1952) kam durch Hugo von Hofmannsthal in Kontakt zu Stefan George. Auf mehreren lyrischen Vortragsabenden von George und seinen Dichterfreunden wirkte sie als Hauptdarstellerin. In den »Socialistischen Monatsheften« pries sie 1902 George als »Führer ›in dieser Zeit ungeheuerster innerer Umwälzungen‹ und […] interpretierte die Gestalt des Engels im ›Teppich‹ als StGs Überwindung des ›individuellen‹, in sich zerissenenen Ichs« (Landmann, Handbuch, S. 983). – Nach freundlichem Hinweis von Dr. Maik Brozza, Stefan George-Archiv Stuttgart, dankte Ria Claassen Stefan George am 24. April 1902 für ein erhaltenes Widmungsexemplar des »Teppichs«, auch wenn Hanna Wolfskehl den Dank bereits mündlich übermittelt habe (StGA/George III,02284). – Die gesamte Ausstattung – Titel, Vollbilder, Umrahmungen und Zierbuchstaben – stammt von Melchior Lechter. Nachdem dieser 1897 die ersten Titelblätter für Stefan George entworfen hatte, folgte 1898 mit Maeterlincks »Der Schatz der Armen« (vgl. KatNr. 962) das erste gänzlich von ihm ausgestattete und gestaltete Buch. Nur ein Jahr später zeichnete er, dessen Schaffen dann für lange Zeit eng mit Georges Wirken verbunden bleiben sollte, den üppigen Buchschmuck für dessen »Teppich des Lebens« und überwachte die gesamte Drucklegung. – Erworben Ende der 1980er Jahre aus dem Familiennachlass des Verlegers Eugen Claassen, Hamburg, dem Sohn der Widmungsempfängerin.

36,2 : 37,8 cm. [52] Seiten. – Rücken erneuert, das Leinen des originalen aufgezogen. Leinenbezug an einigen Stellen verschlissen. – Äußerste Ränder etwas gebräunt.

Landmann, Bibliographie 135. – Raub A 30. – Schauer II, 14

LOT Nr: 23-0334-33 Kategorie: