7 Einbände – Beigefarbener Saffianlederband mit reicher ornamentaler Vergoldung und roten Lederintarsien, signiert »P. Kersten«.

– Inhalt: Bruno Wille. Der heilige Hain. Ausgewählte Gedichte. Jena, Eugen Diederichs 1908. Mit einem montierten Porträt des Verfassers und einer großen Titelvignette von F. H. Ehmcke.

Beschreibung

Erste Ausgabe. – Sehr eleganter Handeinband, beide Deckel mit je drei roten Oktogonen und üppiger ornamentaler Vergoldung. Steh- und Innenkanten zieren fein gepunzte Bordüren, der Buchschnitt ist vollständig vergoldet, die Kapitalbändchen zweifarbig umstochen, Vorsätze aus handmarmoriertem Kleisterpapier. – Kerstens Einbandentwürfe waren stets vom Ornament, der Linie und dem Dekor bestimmt und so prägnant, dass vom »Kerstenstil« gesprochen wurde. – Auf dem Vorderdeckel das vergoldete Monogramm »PK«, Vorblatt mit dem Prägestempel des Buchbinders. – 1912 gründete Paul Kersten gemeinsam mit Carl Sonntag den »Jakob-Krause-Bund« und war von 1914 bis 1921 dessen (umstrittener und schwieriger) Vorsitzender. Die Gründung der Vereinigung »Meister der Einbandkunst« 1923 durch Otto Dorfner, Otto Pfaff, Franz Weiße und Ignatz Wiemeler war auch eine Absage an seine angemaßte Führung. – Bruno Wille (1860–1928) gehörte zu den Mitbegründern des Friedrichhagener Dichterkreises, zu dem auch Otto Erich Hartleben, August Strindberg und Frank Wedekind zählten. 1890 gründete er – wiederum mit Wilhelm Bölsche – die Freie Volksbühne Berlin. Als Angehöriger der Freidenkerbewegung und Redakteur der anarchistischen Zeitschrift »Der Sozialist« wurde Wille mehrmals verhaftet. Um 1900 wandte er sich verstärkt religiösen Themen und den Auffassungen Rudolf Steiners zu.

20 : 14 cm. [4], 184, [4] Seiten. – Ränder der Vorsatzblätter mit Abklatsch des Leders.