801 Philip Oeser. Mauritius.

Materialcollage. 1969. 55,0 : 25,0 cm. Signiert und datiert.

Beschreibung

Geprägtes Metall, Blech, Schiefer, Metallgitter, Stoff und zwei Siegelstempelplatten, alles geklebt und genagelt auf Hartfaserplatte. – Teils mit schwarzer Farbe übermalt. – Mit zwei eingeritzten Signaturen des Künstlers, einmal spiegelbildlich für die Verwendung als Druckplatte. – Nach seiner »Niederländer-Mappe« (1966/67) vervollkommnete Oeser die Technik des Materialdrucks durch Verwendung verschiedenster Materialien, die bildmäßig komponiert wurden. – Die Druckplatte wurde nach ihrer Verwendung (Auflage nicht zu ermitteln) nochmals mit Ölfarbe akzentuiert und unten links erneut signiert und datiert. – Mit einer Rahmung des Künstlers als unikates Kunstwerk abgeschlossen. – Der Titel nach Auskunft der Vorbesitzer, die die Arbeit direkt vom Künstler erwarben.

Philipp Oeser (1929–2013) studierte zunächst an der Staatlichen Hochschule in Weimar, ab 1951 in Berlin. Lange Jahre war er leitender Restaurator der Staatlichen Kunstsammlungen Weimar, seit 1977 arbeitete er als freischaffender Künstler. Neben den klassischen graphischen Techniken widmete sich Oeser immer wieder dem Materialdruck, der zumindest seit den Frottagen von Max Ernst in der Moderne etabliert war. »Die künstlerische Idee des ›objet trouvé‹ in seinem umfassenden Sinn, worin die Dinge und Materialien einerseits in ihrem vorgefundenen So-Sein […] gezeigt werden und zugleich die Funktion von Zeichen realisieren, […] kann man als eine zentrale Intention Philip Oesers bezeichnen. […]« (Kai Uwe Schierz, in: Philip Oeser. Rudolstadt 2003).

LOT Nr: 23-0801-33 Kategorie: