88 Helene Friedländer. Ein Denkmal.

Wien, Wilhelm Frick 1892. Mit zwei Lichtdrucktafeln. Originalleinenband mit Blindprägung und vergoldetem Deckeltitel.

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Beschreibung

Erste und einzige Ausgabe. – Sammlung von mehr als 100 Gedichten mit einer ausführlichen biographischen Einleitung des Herausgebers Ludwig August Frankl. – Mit einem Porträt und einem Abbild des Grabsteins der jung verstorbenen Helene Friedländer (1868–1891). Im Nachlass der Tochter des Wiener Journalisten Max Friedländer fanden sich zwei Notizbücher; eins mit Tagebucheinträgen, eins mit Gedichten. Der von der Mutter zu Rate gezogene Frankl »stellte fest, daß hier ein wahres, großes Genie ins Grab gesunken sei. Denn wenn das junge Mädchen länger gelebt hätte, dann wäre sie höchstwahrscheinlich die größte Dichterin geworden, die Österreich je hervorgebracht hat. […] Allerdings, meinte er, sei der Einfluß der Lektüre unverkennbar. Dies Gedicht sei ganz Goethe, dieses könne von Heine sein und ein drittes trage beinahe den Stempel Hebbels«. Nachdem die auf Anregung von Helenes Mutter veröffentlichte Sammlung erschienen war, stellte sich heraus, dass es sich keineswegs um eigene Dichtungen der jungen Frau, sondern vielmehr um Abschriften in Zeitungen abgedruckte Gedichte berühmter Verfasser handelte. »Das Entsetzen war groß. Es wurden schleunigst alle Bücher eingefordert und eingestampft. Kein Exemplar blieb übrig. Heute gehört das schmale Bändchen zu den allergrößten bibliographischen Seltenheiten. Im Hause Friedländer wurde von der peinlichen Sache nicht mehr gesprochen«. – Die »Rückrufaktion« gelang nicht so vollständig, wie von Rudolph Lothar schon 1932 eingeschätzt (vgl. Jahrbuch deutscher Bibliophilen und Literaturfreunde, Jg. 18/19, 1932/33, S. 178ff), wir konnten aber kein weiteres Exemplar im Handel und nur vier in Bibliotheken (Wien, Basel, zwei in Berlin) nachweisen. – Sehr gut erhalten.

21,2 : 14,7 cm. 123, [1] Seiten, 2 Tafeln.

Pataky I, 237 und II, 508

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