13  Wassily Kandinsky. Klänge. 1913

München, R. Piper [1913]. Mit 56 Holzschnitten, davon zwölf der 25 ganzseitigen in Farbe. Originalhalbleinenband, die purpurfarbenen Deckel mit zwei goldgeprägten Vignetten nach Zeichnungen Kandinskys. Im Schuber.

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Beschreibung

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Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Van Gelder-Zonen-Bütten. – Nach Roethel sind alle Abzüge der Holzschnitte Handpressendrucke, die farbigen entstanden unter Leitung des Künstlers bei Bruckmann in München, die einfarbigen zusammen mit den Texten bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Laut eines Prospekts des Piper-Verlags beschäftigte sich Kandinsky seit 1909 mit diesem »musikalischen Album«, intensiver dann 1911–1912. »Ich wollte nichts als Klänge bilden. Sie bildeten sich aber von selbst. Das ist die Bezeichnung des Inhaltes, des Inneren. […] Alle ›Prosagedichte‹ habe ich im Laufe der letzten drei Jahre geschrieben. Die Holzschnitte gehen bis in das Jahr 1907 hinauf.« – 1951 schrieb Hans Arp über das Buch, das er nach Kandinskys Erinnerung so sehr schätzte, dass er es niemals verlieh und selbst seiner Frau nicht zum Lesen gab, es sei » […] eines der außerordentlichen, großen Bücher. Kandinsky hat […] aus dem ›reinen Sein‹ nie gehörte Schönheiten in diese Welt beschworen.« – »Verkürzungen, Verdichtungen, Alliterationen und Wiederholungen verleihen den Gedichten einen besonderen Rhythmus, Kandinskys lyrische Begleitholzschnitte, deren Entstehung sich über fünf Jahre erstreckte, zeugen von der Komplexität seiner künstlerischen Ausdrucksmittel. Einzelne Seiten werden vom Graphismus der Striche beherrscht, in einigen farbigen Holzschnitten hat sich die Farbe vom Diktat der Form völlig befreit. Darstellungen, deren Formen dem Jugendstil verpflichtet bleiben, stehen neben abstrakten Bildern.« (Papiergesänge). – »Eines der graphischen Hauptwerke des Künstlers und das wohl aufregendste und progressivste Künstlerbuch, das vor dem Ersten Weltkrieg in Deutschland verlegt wurde.« (Ann-Katrin Hahn, in: Classen Malerbücher).

Roethel 71–74, 85, 95–140 und 142–146 und Anmerkungen VI, 9 (dort auch alle obigen Zitate). – LC 2001 18. – CCAB, p. 144. – Papiergesänge 24. – V&A 1985 31. – A&B 138. – Jentsch 9. – Deutsche Malerbücher Slg. Classen 32

28,5 : 18,5 cm. [116] Seiten. – Rücken wie meist verfärbt, Kapitale und Deckelecken mit Leder erneuert. Hinterer Deckel mit Schabspuren. – Vorsatzränder schwach gebräunt. 2 Blätter mit winzigem Randeinriss, das letzte zudem mit zwei längeren Knicken am Rand. – Kleiner Besitzerstempel auf dem Vorsatzblatt, Exlibris.

english description:
With 56 woodcuts, twelve of the 25 full-page in color. Original half-cloth binding, the purple covers with two gilt-stamped vignettes after drawings by Kandinsky. In a slipcase.

First edition. – One of 300 copies. – Signed by the artist in the colophon. – Printed on Van Gelder-Zonen laid paper. – According to Roethel, all woodcut prints are hand-printed; the colored ones were produced under the artist’s supervision.
Spine discolored as usual, upper and lower end of spine as well as corners with small leather stripes restored. Back cover with small rubs. – Endpaper edges slightly browned. Two leaves with tiny tears at the edge, the last also with two longer creases at the edge. – Small owner’s stamp on the front endpaper, bookplate.

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