449  Simon Prey, Berlin – Ziegelroter Maroquinband mit Titeln und geometrischer Verzierung in Blind- und Goldprägung 2012

(signiert). – Inhalt: Goethe. Faust. Eine Tragödie. Erster [und] Zweiter Teil. Berlin, Simon Prey 2012.

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Beschreibung

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Das erste von zehn Exemplaren, gedruckt in der Buchbinderei Prey auf Kanzleibütten. – Mit in Gold gedruckten Initialen. – Zeichengetreu nach der Diederichs-Ausgabe von 1922, der wunderbaren, von Fritz Helmuth Ehmcke gestalteten Faust-Ausgabe des Eugen Diederichs Verlages, die 1909 erstmals erschienen war. – Der Handeinband, von Simon Prey entworfen und gebunden, zitiert die markanten Linien, die im Buch den Satzspiegel umrahmen, und die Frakturschrift des Titels. – Franzband, Rückentitel und Linienmuster auf den Deckeln goldgeprägt, der Deckeltitel in Blindprägung. Ledergefasste Kapitale, handmarmoriertes Bütten als Vorsatzpapier, Kopfschnitt in Schwarz und Gold bedruckt. – Makellos. – Simon Prey, Buchbinder in Berlin, 45 Jahre Lehrmeister in diesem Fach, blieb zeitlebens ein Underdog der Branche. Neben handwerklich exakten Restaurierungen und Nachbindungen betätigte er sich auch immer als »Büchermacher«. Dafür wählte er bedeutende Bücher als Vorlage, setzte diese unter Verwendung der originalen oder möglichst identischer Schriften am Computer nach, druckte kleinste Auflagen bzw. wenige Exemplare auf anspruchsvollen Papieren und entwarf Einbände, die das Original neu interpretierten. Mangelnde Nachfrage nach Handwerksleistung, zu wenig Publicity bei etablierten Buchbindern und Sammlern, steigende Mieten in Berlin – Simon Prey (1959 –2024) starb verarmt und von wenigen Freunden unterstützt.

26,2 : 19,0 cm. 405, [3] Seiten.

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