155  Gunter Böhmer. Eigenhändiger Brief mit zwei Aquarellen. 1946

Montagnola, Oktober 1946. Zusammen drei Seiten.

Schätzpreis: €600

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Beschreibung

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An den Schweizer Schriftsteller und Mäzen Carl Seelig (1894–1962). – »Lieber Freund, nachdem die Schwitzperiode überstanden ist und bevor die Frierprobleme beginnen will ich Ihnen endlich wieder mal einen Gruß schicken […].« Böhmer berichtet von seiner Arbeit am »Zeichen- und Gebrauchsgraphiktisch«. Max Picard, dessen Besuch er erwähnt, habe ihm geschrieben, er »solle jetzt fünf Jahre nur malen, nicht mehr illustrieren. Es freute mich deshalb so, weil es genau meinen innersten Wunsch bestätigte. Leider vergaß nur Picard versehentlich, mir mitzuteilen, wie ich das anstellen soll. Denn trotz Ursulas von mir täglich neu bewunderter Geschicklichkeit und Zauberei brauchen wir eben doch das Notwendigste, das ich nur mit graphischen Arbeiten mit Müh und Not zusammenbringe. … ich müsste sie [die Bilder] doch erst ausreifen lassen, muss fünfzig malen können, damit fünf wirklich vor mir bestehen können.« Er wolle geduldig sein, allein: »Lang ist die Kunst und kurz ist unser Leben«. – »Einmal besuchte uns die liebe, phantastische Emmy Ball und erzählte und höchste lebendig von Georg Heym und das bringt mich auf die Frage, wie weit Ihre Heym-Arbeit ist und ob ich noch mit meiner bescheidenen Mitarbeit rechnen kann?« Die »Gesammelten Gedichte« erschienen, ohne Illustrationen Böhmers, 1947 bei Arche, Zürich. – Erwähnt verschiedene Ausstellungen, die er gern besucht hätte und hofft auf ein Wiedersehen in Zürich oder im Tessin (»Das wäre für uns das Allerschönste«). – Seite 1 mit einem halbseitengroßen Stillleben, Seite 3 mit ebenso großer Aussicht auf Haus und Garten, untere Blatthälften recto und verso mit Text. – Dazu: Zwei weitere eigenhändige Briefe Böhmers, u. a. über seine Porträtzeichnungen von Hermann Hesse. – Drei Aquarelle auf zwei Blättern (ca. 23 : 14 cm).

Der Brief auf zwei montierten Blättern materialbedingt etwas gebräunt.

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