300  Gerhard Altenbourg. Wund-Denkmale. 1986

Schwebende Labung und Schauer. Hannover, Galerie Brusberg 1982[-1986]. Mit 28 Farbholzschnitten, davon zehn blattgroß, alle vom Künstler signiert und/oder monogrammiert und mit seinem Prägestempel versehen sowie 16 signierte bzw. monogrammierte Holzschnittvignetten. In originaler Halbpergamentkassette mit Holzschnitten auf den Deckelbezügen.

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Beschreibung

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Erster Druck der Dürer-Presse. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren, weitere 50, inhaltlich leicht abweichend gestaltet, erschienen bei Philipp Reclam, Leipzig. – Sämtliche Graphiken signiert, ebenso der Exemplarvermerk, dieser mit kleiner Zeichnung versehen. – Zudem enthält jedes Exemplar eine unikale Originalarbeit, hier die »O Tag des lichten Schimmers, da Ein-Blicke die Dinge gewähren« (Bleistift und Aquarell), signiert, monogrammiert und datiert »1980«. – Gesetzt aus der Orpheus-Antiqua, gedruckt in der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, die Holzschnitte sind Handdrucke des Künstlers. – Auf Velin. – Mit einem Nachwort von Hans Marquardt, dem Leiter des Reclam-Verlages und Gründer der Dürer-Presse. Ursprünglich als erster Druck dieser Leipziger Presse konzipiert, verzögerte sich die Herausgabe aufgrund der kulturpolitischen Umstände in der DDR und Altenbourgs wiederholter Unzufriedenheit mit den Druckergebnissen um Jahre. Die Leipziger Exemplare wurden sogar erst 1986 ausgeliefert. – »Die feine Drucktype […] und die zarten Linien der Zeichnungen tragen ebenso wie die Großzügigkeit des Layouts zur besonderen Stellung des Buches ›Wund-Denkmale‹ […] bei.« (Papiergesänge). – Schönes Exemplar.
»Mit Gerhard Altenbourg hatte die in der DDR sich entwickelnde bildende Kunst einen ihrer sprachmächtigsten Vertreter, einen Nonkonformisten der intelligentesten Art. Obwohl über Jahrzehnte von der offiziellen Kulturpolitik nicht zur Kenntnis genommen und von inkompetenten und anmaßenden Funktionären diskriminiert und schikaniert, wuchs die Gemeinde seiner Verehrer und Sammler ohnegleichen. Altenbourg war ein Literaturkenner und Bibliophile von hohen Graden, zudem ein Souverän des Wortes, der in Lyrik, Prosa und Essay Ungewöhnliches zu Papier brachte.« (Lothar Lang in »Von Hegenbarth zu Altenbourg«, Stuttgart 2000, S. 229).

Janda 82/93 XXXVIII. – Spindler 67.2. – Papiergesänge 141

28,5 : 31,5 cm. 127, [5] Seiten.

english description:
Includes 28 color woodcuts—ten of which are full-sheet size—all signed and/or monogrammed by the artist and bearing his embossed stamp, as well as 16 signed or monogrammed woodcut vignettes. Presented in an original half-parchment case with woodcuts on the lid covers.

First printing by the Dürer Press. – One of 50 Roman-numbered copies; an additional 50 copies, with slightly different content, were published by Philipp Reclam, Leipzig. – All prints are signed, as is the copy note, which features a small drawing. – In addition, each copy contains a unique original work; here, »O Tag des lichten Schimmers, da Ein-Blicke die Dinge gewähren« (“O Day of Luminous Glimmer, for Glimpses Grant Us Insight”) (pencil and watercolor), signed, monogrammed, and dated “1980”. – Set in Orpheus-Antiqua typeface, printed at the Leipzig Academy of Visual Arts, with the woodcuts hand-printed by the artist. – On vellum. – With an afterword by Hans Marquardt, director of Reclam Publishing and founder of the Dürer-Presse. Originally conceived as the first publication of this Leipzig press, its release was delayed for years due to cultural-political circumstances in the GDR and Altenbourg’s repeated dissatisfaction with the printing results. The Leipzig copies were not even delivered until 1986. – »Die feine Drucktype […] und die zarten Linien der Zeichnungen tragen ebenso wie die Großzügigkeit des Layouts zur besonderen Stellung des Buches ›Wund-Denkmale‹ […] bei.« (“The fine typeface […] and the delicate lines of the drawings, as well as the generous layout, contribute to the special status of the book *Wund-Denkmale* […].”) (Papiergesänge). – A beautiful copy.

“In Gerhard Altenbourg, the visual arts emerging in the GDR found one of their most eloquent representatives, a nonconformist of the most intelligent kind. Although ignored for decades by official cultural policy and discriminated against and harassed by incompetent and presumptuous officials, his community of admirers and collectors grew to be unparalleled. Altenbourg was a connoisseur of literature and a bibliophile of the highest order, as well as a master of the written word who produced extraordinary works in poetry, prose, and essays.” (Lothar Lang in “Von Hegenbarth zu Altenbourg,” Stuttgart 2000, p. 229).

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