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Erste rechtmäßige Gesamtausgabe. – Mit den vom Verfasser selbst als seine »Sudelbücher« bezeichneten »Bemerkungen vermischten Inhalts«. Diese Aphorismensammlung begründete Lichtenbergs Ruf als brillantester deutscher Aphoristiker. Zudem »Timorus«, das Tagebuch der Englandreise, »Über Physiognomik« oder die »Physikalischen und mathematischen Schriften« (Bände VI-IX, hier auch mit den vier Nebentitelblättern) und zahlreiche andere Erstdrucke. – Mit Porträts des Verfassers, von James Cook und Nikolaus Kopernikus, vier Kupfertafeln von Daniel Chodowiecki (Bedienstete und Komödianten), »Wunderkind William Crotch« an der Orgel und neun Kupfern zu den naturwissenschaftlichen Schriften sowie den Textholzschnitten zum »Fragment von Schwänzen«, dieser unglaublichen Persiflage auf die physiognomischen Abhandlungen Lavaters. – Unterschiedliche Papierqualität, die ersten drei Bände auf feinem, teils leicht bläulichem Büttenpapier. Nach Kaysers Bücherlexikon sind drei Ausgaben gedruckt worden: auf einfachem Druckpapier, auf Bütten und auf Vélin. – »Goethe hat gesagt: ›Wo Lichtenberg einen Spaß macht, liegt ein Problem verborgen‹. Hebbel hat die kongeniale Schärfe seines Geistes bewundert, Schopenhauer und Nietzsche bekannten sich zu ihm als Lehrmeister eines geschliffenen Stils. […] er war im Grunde der erste Journalist Deutschlands, vor Waiblinger, Hauff und Heine. Sein Stil hat das Spritzige dessen, was wir heute Feuilleton nennen.« (Karl Fuß, zitiert nach Braecklein 71, 157). – Sehr schönes Exemplar. – Exlibrisstempel »Sammlung Heimeran«, vom Münchner Autor und Verleger Ernst Heimeran (1902–1955).
Goedeke IV/1, 639, 9. – Rümann, 18. Jhdt. 650. – Engelmann 342, 343, 368 und 401
17,4 : 10,6 cm. – Gelegentlich etwas stockfleckig.