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Suchergebnisse für gundermann schwitters

304  Kurt Schwitters. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1900

Hannover, 11.11.1923. 1 1/2 Seiten. 14,0 : 9,0 cm.

An Max Gundermann in Braunschweig. – »Ich bin principiell gern bereit, einen Vortragsabend zu veranstalten. Ich bitte Sie um nähere Angaben, wann, wo und unter welchen Bedingungen der Vortrag veranstaltet werden soll. 1. Wie komme ich auf meine Kosten? 2. Kann ich bei irgend jemand gratis wohnen? Da ich ziemlich viel vorhabe, kann ich meinerseits nur sagen, daß in den nächsten 14 Tagen oder um Weihnachten für mich die Möglichkeit zu einem Vortrag wäre. Mit vorzüglicher Hochachtung Kurt Schwitters«. – Bereits am 16. November antwortete Schwitters auf ein Telegramm Gundermanns, akzeptierte dessen Bedingungen und erörterte ausführlich Details zu dem geplanten ersten Merzabend in Braunschweig. Er entwarf ein Werbeplakat und nannte Namen, die informiert werden sollten. – Die Briefkarte vom 12.1.1924 (siehe die folgende KatNr.) belegt, dass der für den 23. November 1923 geplante Merzabend nicht stattfand. Nachforschungen des Kurt-Schwitters-Archivs in der Braunschweiger Presse ließen das bereits vermuten. – Auf der Bildpostkarte »Kurt Schwitters. Konstruktion für edle Frauen« (Offsetlithographie nach Fotografie der Assemblage von 1919, diese heute im Los Angeles County Museum of Art).

Etwas angestaubt und geknittert. Briefmarken abgelöst.

305  Kurt Schwitters. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 2400

Magdeburg, 12.1.1924. 1 1/2 Seiten. 14,0 : 9,1 cm.

Auf einer Kunstpostkarte mit einer Zeichnung von Hannah Höch. – An Max Gundermann. – Ich komme Sonntag 13.1. von Magdeburg mit dem DZug […] Bitte seien Sie am Bahnhof. Ich werde, damit Sie mich erkennen, mit einer Zeitschrift MERZ in der Hand herauskommen. Herzliche Grüsse. Kurt Schwitters«. – Diese an sich banale Nachricht ist der Beleg, dass der im November 1923 in Braunschweig geplante erste Merzabend, dessen Organisation Max Gundermann oblag, nicht stattgefunden hat. – Auf Kunstdruckpapier.

Leicht geknittert.

306  Kurt Schwitters. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 5500

Hannover, 25.1.1924 (Poststempel). Eine Seite. – Auf: Einladung […] zweiter Merzabend in Magdeburg Februar 1924. Offsetdruck. 10,5 : 15,2 cm.

An Max Gundermann in Braunschweig. – »Wahrscheinlich werden wir um 1/2 4 Uhr in Braunschweig ankommen mit dem Personen-Zug. Wollen Sie uns abholen? Wir gehen dann zu Scheyer und wenn es geht, möchte ich bei Ihnen schlafen […]«. – Im November 1923 hatte in Braunschweig ein erster Merzabend stattgefunden. Schwitters veranstaltete diese Matineen mit wechselndem Programm 1923/24 häufiger, u. a. auch in Hannover, Magdeburg und Berlin. – Aus welchem Anlass Schwitters Ende Januar 1924 nach Braunschweig reiste, wird nicht erklärt. Die verwendete Einladungskarte wurde für den zweiten Merzabend in Magdeburg gedruckt. Die dortige Künstlervereinigung »Die Kugel« war 1919 gegründet worden. Die Einladungskarte mit dem Logo »Die Kugel« und dem Merzbild »Zwillinge« von Schwitters, hier in einer links verkürzten Fassung, ohne die gedruckte Anschriftenzeile von Kurt Schwitters am linken Rand (vgl. Schelle/Haldenwanger/Heine 17).

Minimal berieben und geknittert, eine vertikale Knickfalte.

307  Kurt Schwitters. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift »Merz«.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 3200

Hannover, 28.1.1924. Auf beiden Seiten von Einladung Merzmatinee Tivoli 1923. Offsetdruck. 10,4 : 15,5 cm.

An Max Gundermann, Braunschweig. – Nach dem Besuch und einer Veranstaltung in Braunschweig an einem der vorherigen Tage: »Ich dachte, Sie wollten vielleicht ganz gerne meine und meiner Freunde Arbeiten noch da behalten, um sie eventuell zu verkaufen. Nun komme ich in 3 Wochen nach Braunschweig […] dann hole ich alles ab. Was macht der geplante Kunstsalon? Herzlichst Merz«. – Auf der Bildseite mit eigenhändigen Anmerkungen von Schwitters zu seinen Reiseplänen: »Ich reise wahrscheinlich am 2.2. nach Berlin, 5.2. Magdeburg, 9.2. Weimar, Bauhaus. In Berlin Adresse Frl. Höch […] in Magdeburg per Adr. Herrn Leitz, Gruss [Pfeil auf seinen gedruckten Namen]«. – Auf der von Schwitters gestalteten Einladungskarte zur Merzmatinee am 30. Dezember 1923 im Hannoveraner Tivoli. Mit Werbung für die Zeitschriften »Merz« und »G« und Auszügen aus dem Programm, das Schwitters zusammen mit Raoul Hausmann bestritt. Links das Merzbild »Zwillinge«, am Unterrand der Hinweis »Niemand soll ohne dadaistischen Trost das alte Jahr beschließen«. – Die Einladungskarte in der bei Schelle/Haldenwanger/Heine 14 abgebildeten Fassung.

Etwas angestaubt. Mit geglätterer vertikaler Knickfalte.

308  Kurt und Helma Schwitters. Eigenhändige Merz-Postkarte mit Unterschrift »Ihre Schwitters«.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Hannover, 30.5.1924 (Poststempel). 1 1/2 Seiten. 14 : 9 cm.

An Max Gundermann. – Helma Schwitters beginnt den Text mit »Lieber Herr Gundermann. Haben Sie alle Bilder und sämtliche Sachen meines Mannes wohl zusammengestellt? Wir werden in allernächster Zeit nach Braunschweig kommen und alles abholen!« Kurt Schwitters setzt den Satz fort: »Für den Fall dass Sie nicht da sind, schreiben Sie uns doch, bitte, wo wir die Sachen bekommen können. Wie geht es denn mit Ihrem Kunstsalon? Mit frdl. Grüssen Ihre Schwitters«. – Auf der Bildpostkarte »Kurt Schwitters Merzplastik. Der Lustgalgen« (Offsetlithographie nach Fotografie der Assemblage von 1919, zerstört oder verschollen). – Verlegt vom Paul Steegemann Verlag mit Werbung für Schwitters’ »Anna Blume«.

310  Hans Richter. Maschinengeschriebener Brief und eigenhändige Briefkarte, beide mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 6500

Berlin, 10. Februar und 27. III. 1924. Zusammen drei Seiten.

Beide an Max Gundermann in Braunschweig, der im Frühjahr 1924 offensichtlich erwog, dort eine Kunsthandlung zu eröffnen. – Hans Richter gehörte in den Jahren 1917–1919 zu den Zürcher Dadaisten, 1920 wandte er sich zusammen mit dem schwedischen Maler Viking Eggeling dem Experimentalfilm zu. 1922 kam Richter wieder nach Berlin und schloss sich der Gruppe De Stijl an. Gemeinsam mit Werner Gräff, El Lisstzky und Mies van der Rohe gab er 1923-1926 die Zeitschrift »G« heraus, von der allerdings nur sechs Ausgaben erschienen. – Beide Schriftstück mit dem wohl von Werner Gräff gestalteten Logo »G« (das Hans Richter häufiger modifizierte) und Angaben zur Redaktion der Zeitschrift. Die Karte am Oberrand mit Perforation. – Brief, 10.2.1924: »Nach Rücksprache mit Herrn Schwitters sind wir Ihnen für Ihre Vorschläge sehr verbunden. Wir werden Ihnen eine Anzahl von Arbeiten zugehen lassen, die sich etwa für den Verkauf im Kunsthandel eigneten […] auch ältere Arbeiten […], die sich leichter verkaufen lassen, als unsere rein abstrakten prinzipiellen Arbeiten (wie das Bild, das Sie von mir in Braunschweig dahaben). Richter schreibt auch über den Vertrieb der Zeitschrift »G« und seine abstrakten Filme. Es scheine ihm »am zweckmässigsten die Vorführung mit einem Vortrag zu verbinden, so wie ich es in Holland, Tschechoslovakei, Oesterreich und Italien auch mache.« – Karte, 27.3.1924: Richter erklärt eingetretene Verzögerungen. »Sie irren sich wenn Sie glauben, dass mir meine Vorschläge ›leid geworden« wären. Nur sind infolge einer Krankheit, die ich durchzumachen hatte alle unsre Angelegenheiten im Rückstand«. An einen Filmvertrag sei nicht zu denken, aber er sei im April zur »Eröffnung unserer Ausstellung in Hannover« und brächte dann Sachen mit nach Braunschweig. Auf der Adresseite »Ich erbitte mein bisheriges Schweigen zu entschuldigen.«.

Brief: 29,7 : 21,0 cm. Mehrfach gefaltet, Falzdurchrisse restauriert, kleiner Eckverlust oben links. – Karte: 8,8 : 14,0 cm.

ChristianHesse