Ausrufzeit : ca. 13:41 (Zeitplan ohne Gewähr)
»Hochverehrtester Herr Doktor[.] Ich möchte Sie so gern sprechen. Soll ich kommen oder kommen Sie vorbei? Wäre Ihnen dankbar. Ihre Else Lasker-Schüler. Viele Grüße!« – Statt eines Briefkopfs notiert die Dichterin ihr damaliges Quartier, das Hotel Augustinerhof und die Telefonnummer mit dem Hinweis »stets von 2 – 3 Uhr«. – Dünnes Velin, zweifach gefaltet. – Bei dem Empfänger handelt es sich wohl um Dr. Carl Seelig, den Schweizer Schriftsteller, Kunstkritker und Mäzen. Nach 1933 unterstützte er zahlreiche aus Deutschland emigrierte oder dort verfolgte Autoren. Else Lasker-Schüler schrieb ihm mehrere Briefe, in denen Sie um Rat und Hilfe bat, und verwendete mehrfach die obige oder sehr ähnliche Anreden (vgl. ELS. Briefe 1933–1936, zB. Brief 379. – Der vorliegende Brief noch nicht ediert.
27,5 : 21,5 cm.
english description:
[Zürich,] 6. III. 1934. One Page.
»Hochverehrtester Herr Doktor[.] Ich möchte Sie so gern sprechen. Soll ich kommen oder kommen Sie vorbei? Wäre Ihnen dankbar. Ihre Else Lasker-Schüler. Viele Grüße!« (“Most Esteemed Dr.[.] I would so much like to speak with you. Should I come by, or would you like to stop by? I would be grateful. Yours, Else Lasker-Schüler. Best regards!”) – Instead of a letterhead, the poet notes her address at the time, the Hotel Augustinerhof, and her phone number, adding the note »stets von 2 – 3 Uhr« (“always from 2 to 3 o’clock.”). – Thin vellum, folded in half twice.
Likely to Carl Seelig, the Swiss writer, art critic, and patron of the arts. After 1933, he supported numerous authors who had emigrated from Germany or were persecuted there by the Nazis. Else Lasker-Schüler wrote him several letters in which she asked for advice and help, and on multiple occasions used the above salutation or very similar ones (see ELS. Briefe 1933–1936, No. 379). – This letter has not yet been published.