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Erste Ausgabe: »Im vierten jahre des zweiten weltkrieges, als gesichte des apokalyptischen sehers grauenvolle wirklichkeit wurden, ist dieser druck entstanden.« (Kolophon). – Unnummeriertes unkoloriertes Künstlerexemplar. Hofmaier weist 41 Exemplare nach, davon zehn unkolorierte und unnummerierte. Die Auflage wurde offiziell allerdings nur mit 24 angegeben, um einen Antrag auf Druckerlaubnis für Privatdrucke zu umgehen. – In Beckmanns Amsterdamer Exil entstanden im Auftrag von Georg Hartmann, dem Direktor der Bauerschen Gießerei, die wichtigen graphischen Folgen des Spätwerks, »Apokalypse« und »Faust II«. »Die Illustrationen sind sehr nahe am Text geblieben, dennoch mischen sich in die Ikonographie der Apokalypse Motive, die häufig in Beckmanns Werken erschienen, so der Fisch, die Kerze, die Schlange, der Trichter und die Posaune, das Selbstporträt [als tröstender Engel] und das Meer.« (Beatrice Hérnad, in: Papiergesänge). – Als Schrift wurde die von F. H. Ernst Schneidler entworfene »Legende« verwendet. Druck der Schrift in Dunkelgrau und Rot (Titel und erste Textzeile). – Auf Bütten. – »Seit Dürer hat kein deutscher Künstler diesem Werk eine gleich intensive illustrative Kraft gewidmet. Die Apokalypse wird unter den Händen des späten und weisen Beckmann zu einem der bedeutendsten illustrierten Bücher der deutschen Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts, aus den fast übermenschlichen Anstrengungen der Zeit heraus, von einem aus Deutschland vertriebenen Künstler.« (Adolf Jannasch, in: M.B. als Illustrator, S. 10).
Hofmaier 330–356 (Band II, S. 803ff.) – Papiergesänge 63. – M. B. als Illustrator, Neu-Isenburg 1969, 9
40,0 : 31,0 cm. 76, [4] Seiten. – Rücken etwas gebräunt, oben und unten angeplatzt. – Erstes Blatt an der unteren Ecke geknickt, letztes mit kaum sichtbaren Stockflecken am Falz.