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Eins der sehr seltenen Suitenexemplare zu der Vorzugsausgabe des Buches, vollständig mit allen 42 Gravüren aus dem Buch und den beiden im Buch nicht verwendeten Motiven. – Laut Michler/Löpsinger erschienen wegen eines finanziellen Engpasses nur 40 statt 80 Exemplare mit Suite, laut Field wurden 40 angekündigt und »only ›half‹ the edition was print.« – Nur die Suiten wurden von den noch unbeschnittenen Platten mit den Kaltnadelüberarbeitungen (Remarquen) gedruckt. – Auf festem Velin, 22 mit Wasserzeichen »Arches«, teils etwas getönt. – Dazu ein Abzug der 7. Heliogravüre von der verkürzten Platte. – Lose in der Originalpergamentmappe mit vergoldetem Titel.
»Dalí chose a text revered by the Surrealists as the first book to which he would devote his undivided attention. The images are from the artist’s most inventive period. He evokes a sense of hallucination with his academically correct figures placed against an unexpected background. Recent scholarship has linked professional printers with the creation of the etchings in the 1934 edition. Nevertheless, the originality and haunting vision of Dalí’s imagery make this volume his major contribution to the modern artist’s book.« (R. F. Johnson, in: Logan Collection 2001).
Die »wohl bedeutendste und für das graphische Oeuvre Dalís folgenreichste Suite […] Der dem Zyklus zu Grunde liegende Text gilt als eine Inkunabel surrealistischen Dichtens ›ante litteram‹ aus dem Umkreis der ›poètes maudits‹. Er übte mächtige Wirkungen in den Pariser Kreisen aus um André Breton und seine Jünger. Durch René Crevel wurde Dalí nachdrücklich auf dieses Schlüsselwerk verwiesen. Pablo Picasso schlug dem Éditeur seinen Landsmann Dalí als Illustrator vor. || Den mit geradezu mikroskopischer Feinheit geschaffenen Radierungen, einem allein schon im rein technischen Bereich außerordentlichen Meisterwerk, gingen zum Teil Grafitabzüge, Bleistift-, Feder- und Tuschzeichnungen voraus. Seit 1932 hat der Künstler an dieser Folge gearbeitet. || Der Text von Lautréamont gilt als wildes, grausames Jugendwerk und blieb mit seinen sechs Prosa-›Gesängen‹ unvollendet. Man nannte es genialisch, chaotisch, abrupt, provokant, halluzinatorisch, erregend, dunkel, skabrös und pervers, schrieb ihm jedoch gleichzeitig höchsten sprachlichen Glanz und formale Bravour zu. Der Autor wurde nur 23 Jahre alt. Dalí war fast noch gleichaltrig, als er die Illustration der Gesänge ins Auge faßte. Der Künstler zeigt in seinen Darstellungen zu Lautréamont bereits das gesamte Arsenal der für sein Schaffen typischen Bildelemente.« (Hans Gerd Tuchel, Königswinter 1982).
Michler/Löpsinger 11-54. – Field 34-2. – LC 2001 106. – CCAB, p. 94. – Monod 6899. – Papiergesänge 57. – Rauch 176. – Chapon, p. 288. – V&A 1985 99. – ABF, p. 329. – A&B 67. – CA IV, 233. – Skira 53
Ganz vereinzelte kleine Stockflecken.
english description:
32 full-page and 12 vignette original engravings from original drawings by Dali (engraved by Roger Lacouriere). For the suite, Dali added original remarques to the full-page plates. Uncut plates 29.8 x 18.4 cm
A complete set of the Suite on heavy wove Arches, one of 40 copies in total (partly on Arches or on Japon), with remarques. Dali did the engraving on celluloid, and graphite was rubbed into the lines. Heliogravure and etching were used to make plates.
Only the suites were printed from the untrimmed plates with the drypoint reworkings (remarques). – 22 leafs with the watermark „Arches,“ some slightly tinted. – Also included is a print of the 7th heliogravure from the shortened plate. – Loose in the original parchment folder with gilt title. – Very rare and nearly perfect.
Few isolated small spots of mildew.